Förderung für KMU: Wie Unternehmen Veränderung mit 80 % Zuschuss gestalten können
Viele GeschäftsführerInnen wünschen sich mehr Eigenverantwortung im Unternehmen. Mitarbeitende sollen Entscheidungen übernehmen, Themen selbstständig voranbringen und Führungskräfte im operativen Alltag entlasten.
Wenn Entscheidungen hängen, Führungskräfte ständig auffangen und Veränderung zusätzlich zum Tagesgeschäft läuft, braucht es einen klaren Blick auf die Organisation.
Das braucht vor allem klare Strukturen.
Wer ist wofür verantwortlich? Wer darf was entscheiden? Wo liegen die Spielräume? Welche Informationen braucht es dafür?
Gerade in wachsenden Unternehmen verändern sich diese Fragen schneller, als Strukturen mitwachsen.
Neue Aufgaben kommen hinzu. Prozesse werden digitalisiert. Kundenanforderungen steigen. Wissen verteilt sich auf immer mehr Personen. Gleichzeitig laufen viele Abläufe weiter wie bisher.
Das funktioniert erstaunlich lange. Weil Menschen viel ausgleichen. Und genau das kostet irgendwann Zeit.
Für solche Veränderungsvorhaben gibt es für kleine und mittlere Unternehmen eine interessante Möglichkeit: Über das Programm INQA-Coaching können 80 % der Beratungskosten gefördert werden.
Die Förderung schafft finanziellen Spielraum. Entscheidend bleibt die Frage:
Was soll in Ihrem Unternehmen anschließend besser funktionieren?
Mehr Verantwortung braucht klare Entscheidungsräume
Diese Forderung hören wir häufig: „Unsere Mitarbeitenden sollen mehr Verantwortung übernehmen.“
Verantwortung braucht jedoch einen Rahmen, in dem Menschen sicher handeln können.
Mitarbeitende brauchen Klarheit darüber:
• welche Ergebnisse in ihrer Verantwortung liegen,
• welche Entscheidungen sie selbst treffen können,
• wie weit ihr Handlungsspielraum reicht und
• wann andere Rollen oder Führungskräfte einbezogen werden.
Dann können Entscheidungen dort getroffen werden, wo das Fachwissen vorhanden ist.
Führungskräfte gewinnen Zeit. Rückfragen nehmen ab. Mitarbeitende können Verantwortung tatsächlich übernehmen.
Verantwortung lässt sich übertragen, wenn Entscheidungsräume mit übertragen werden.
In der Praxis lohnt deshalb eine genauere Frage:
Wie klar und verlässlich ist unsere Organisation an dieser Stelle aufgestellt?
Wo im Alltag unnötig Energie verloren geht
Organisationsentwicklung beginnt häufig mit der Ursache von kleinen Sätzen:
„Warum dauert alles eigentlich immer so lange bei uns?“
„Warum geht nichts voran – wer entscheidet das jetzt?“
„Warum landet das schon wieder bei mir?“
„Dafür brauchen wir erst noch ein Meeting“
Oder:
„Seit der Digitalisierung haben wir jetzt zwei Systeme.“
Solche Situationen sind interessant, wenn sie regelmäßig auftreten.
Dann lohnt der Blick auf das Muster dahinter:
• Welche Entscheidungen brauchen mehrere Schleifen?
• Wo werden Verantwortlichkeiten unterschiedlich verstanden?
• An welchen Schnittstellen entstehen immer wieder Rückfragen?
• Welche Prozesse binden mehr Arbeitszeit, als ihr Ergebnis rechtfertigt?
• Welche Veränderungsprojekte erzeugen viel Aktivität und kommen trotzdem träge voran?
In der Analyse liegt für viele KMU ein erheblicher Hebel.
Denn Arbeitszeit, die in Klärung, Abstimmung und Doppelarbeit steckt, fehlt für Kunden, Führung und Weiterentwicklung.
Ein digital komplizierter Prozess bleibt kompliziert
Digitalisierung ist dafür ein gutes Beispiel.
Viele Unternehmen investieren in neue Systeme und erwarten dadurch schnellere Abläufe.
Die entscheidende Frage kommt vorher:
Welchen Prozess wollen wir eigentlich digitalisieren? Und wofür?
Enthält ein Ablauf mehrere Freigaben, unnötige Übergaben und wiederkehrende Rückfragen, bildet eine Software zunächst genau diese Logik ab.
Aus einem komplizierten analogen Prozess wird dann ein komplizierter digitaler Prozess.
Deshalb gehört vor die technische Lösung der Blick auf die Organisation:
• Welche Schritte schaffen tatsächlich Wert?
• Wer braucht welche Information?
• Wer entscheidet?
• Wo entstehen Wartezeiten?
• Und welcher Schritt soll damit vollständig entfallen?
Gute Digitalisierungsprojekte beginnen mit einem sauberen Prozess.
Dasselbe gilt für Führung, Zusammenarbeit und Personalentwicklung.
Veränderung braucht eine klare Ausgangsfrage
„Unsere Führungskräfte brauchen Entlastung.“
Das ist ein gutes Ziel.
Für die Umsetzung braucht es jedoch mehr Präzision.
• Welche Aufgaben landen regelmäßig bei den Führungskräften?
• Welche Entscheidungen könnten näher am operativen Geschehen getroffen werden?
• Welche Informationen fehlen dafür?
• Welche Verantwortlichkeiten brauchen Klarheit?
• Aus einer allgemeinen Belastung wird damit ein konkretes Veränderungsthema.
Oder:
„Die Zusammenarbeit zwischen zwei Bereichen muss besser werden.“
Auch hier helfen konkrete Fragen:
• Wo hakt die Übergabe?
• Welche Informationen fehlen?
• Wer entscheidet an der Schnittstelle?
• Welche Abstimmung könnte entfallen?
Je genauer die Ausgangsfrage, desto gezielter lässt sich Veränderung gestalten
und wird Beratung wirtschaftlich interessant.
Förderung für KMU: 80 % Zuschuss für Beratung
Für bestimmte arbeitsorganisatorische und personalpolitische Veränderungsvorhaben können KMU das staatlich geförderte INQA-Coaching nutzen.
Gefördert werden bis zu zwölf Beratungstage. Ein Beratungstag umfasst acht Stunden und kann mit maximal 1.200 Euro netto angesetzt werden.Bei zwölf Beratungstagen ergibt sich ein maximales förderfähiges Beratungsvolumen von 14.400 Euro netto.
Davon werden 80 % beziehungsweise bis zu 11.520 Euro gefördert.
Der rechnerische Eigenanteil des Unternehmens beträgt bei vollständiger Ausschöpfung 2.880 Euro netto.
Das Unternehmen bezahlt die Beratung zunächst selbst. Nach Abschluss und Prüfung der Unterlagen wird der Förderanteil erstattet. Für die Durchführung stehen bis zu sieben Monate zur Verfügung.
INQA-Coaching richtet sich an KMU mit weniger als 250 Mitarbeitenden. Weitere Voraussetzungen wie Unternehmensalter, Beschäftigtenzahl sowie Umsatz oder Bilanzsumme werden von einer regionalen INQA-Beratungsstelle geprüft.
Welche Themen eignen sich?
Die Themen entstehen aus der konkreten Unternehmenssituation.
Z.B:
• Verantwortung und Entscheidungsräume klären
• Prozesse vereinfachen und digitalisieren
• Führungskräfte operativ entlasten
• Wissen im Unternehmen sichern
• Zusammenarbeit an Schnittstellen verbessern
• Kompetenzen für neue Anforderungen entwickeln
Ein wichtiger Bestandteil des Beratungs-Programms ist die Beteiligung der Mitarbeitenden.
Das ist sinnvoll, weil sie die tägliche Realität der Prozesse kennen.
Sie wissen, wo Informationen fehlen, welche Schnittstelle regelmäßig Rückfragen erzeugt und welche Regel im Arbeitsalltag anders funktioniert als geplant.
Die Geschäftsführung gibt Ziele und Rahmen vor. Die Mitarbeitenden bringen ihre Erfahrung ein. Lösungen werden entwickelt, ausprobiert und angepasst.
Die zentrale Frage: Was soll nach der Beratung anders sein?
Die Frage nach dem konkreten Ziel gehört an den Anfang.
• Woran merken Sie nach einigen Monaten, dass sich etwas verbessert / verändert hat?
• Vielleicht werden Entscheidungen schneller getroffen.
• Vielleicht landen weniger operative Themen bei der Führungskraft.
• Vielleicht braucht ein Prozess weniger Abstimmung.
• Vielleicht kennen Mitarbeitende ihre Entscheidungsräume und nutzen sie sicher.
Oder eine digitale Lösung spart endlich die Zeit, für die sie ursprünglich eingeführt wurde.
Solche Ziele machen ein Veränderungsprojekt konkret.
Die Ausgangslage bestimmt die Maßnahme.
Manchmal braucht es einen Workshop. An anderer Stelle müssen Rollen geklärt, Prozesse verändert oder Kompetenzen entwickelt werden. Oder die Geschäftsführung braucht Sicherheit durch erweiterte Perspektiven. Beratungsprozesse sind immer sehr individuell.
Förderung für KMU in Metropolregion Nürnberg und Bayern
Viele mittelständische Unternehmen im Raum Nürnberg und in Bayern beschäftigen ähnliche Fragen:
• Wie bekommen wir mehr Verantwortung in die Organisation?
• Wie entlasten und stärken wir Führungskräfte?
• Wie vereinfachen wir Prozesse?
• Wie schaffen wir digitale Anpassungen, die wirklich Arbeit sparen?
• Wie sichern wir Wissen und entwickeln die richtigen Kompetenzen?
Diese Themen hängen zusammen.
Denn Menschen arbeiten innerhalb von Strukturen, Rollen und Entscheidungswegen.
Je klarer diese gestaltet sind, desto leichter können Mitarbeitende Verantwortung übernehmen und Führungskräfte ihre eigentliche Aufgabe wahrnehmen.
Förderprogramme wie z.B. INQA-Coaching können dafür eine sehr gute finanzielle Unterstützung für KMU schaffen.
Für uns beginnt die Arbeit trotzdem mit einer einfacheren Frage:
Was läuft in Ihrem Unternehmen gerade schwerer, als es müsste?
Vielleicht kennen Sie die Antwort bereits.
Vielleicht sehen Sie bisher nur die Auswirkungen.
Beides ist ein guter Ausgangspunkt, um genauer hinzuschauen.
Denn gute Strukturen machen Arbeit leichter. Sie schaffen Klarheit, geben Orientierung und schaffen Raum für Verantwortung. Das wirkt sich auch wirtschaftlich aus.

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